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07.09.18

I want to break free

Nach dem morgendlichen Kampf ums Badezimmer und den Platz am Frühstückstisch sind wir mit leichter Verspätung losgegangen. Auf dem kurzen Weg zum Parlament kamen wir an der Gedenkflamme von Sarajevo vorbei, die an die Befreiung nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. 

Als erster Punkt auf der Agenda war ein Vortrag von der Leiterin des Projektes „Offenes Parlament", Enra Soldin über das bosnische Staatssystem. Darin ging es um dessen Geschichte, die Wahlperiode und Funktionen des Parlaments. In Bosnien können nur Politiker aus den drei Ethnien der Bosniaken, Serben und Kroaten gewählt werden. Diese drei nicht klar trennbaren Gruppen teilen somit die Macht stetig nur unter sich auf. Das führt dazu, dass Politiker durch schüren von Angst vor den "Anderen" an der Macht bleiben und der politische Fortschritt stagniert. Solange das Wahlsystem auf dem Paradoxon der ethnischen Einteilung basiert, kann es keinen Fortschritt in der bosnischen Politik geben. Aufgrund der Strapazen vom Hinweg erlaubte sich der ein oder andere ein Nickerchen während des Vortrags. 


Nach dem Vortag besichtigten wir den Rest des Parlamentsgebäudes. Der Komplex wurde am Anfang der 90er größtenteils zerstört. 


Der Wiederaufbau wurde von Norwegen und der Europäischen Union finanziert. Im Laufe der Besichtigung wurden uns die Plenar- und Sitzungsräume gezeigt. 


Zum Schluss erläuterten uns in einem Referat Sina und Nina die Perspektiven für einen möglichen EU-Beitritt. Während des Aufenthalts fiel uns auf, dass innerhalb der parlamentarischen Räumlichkeiten geraucht wird.


 

Nach dem Besuch hatten wir eine Mittagspause, diese nutzten viele um in das gegenüberliegende Einkaufszentrum oder in ein Restaurant zu gehen. Unser letzter Aufenthalt fand auf dem 172 Meter hohen Avaz Twist Tower statt. Auf dem Weg erfuhren wir von Herrn Häusler, dass das Gebäude eine konservative monopolistische Zeitung beherbergt, dessen Besitzer gleichzeitig Einfluss auf die bosnische Politik nimmt. Aufgrund dieses Interessenkonflikts fiel es schwer durch Kaufen der Eintrittskarten dessen Einfluss zu unterstützen. Trotzdem genossen wir den Ausblick.



Auf dem Turm hörten wir von Laura, Sophia und Lena ein Referat über die Belagerung von Sarajevo. Danach hielten Lene, Leon und Juliane ein Referat über den potentiellen Bau eines Staudammes auf der Neretva.


Der Vortrag wurde leider ein wenig in den gedanklichen Hintergrund verschoben, als plötzlich Freddie Mercury mit den Worten "I WANT TO BREAK FREE" aus Lautsprechern ertönte. Nach dem Aufenthalt auf der Spitze des Turmes mit gutem Ausblick über Sarajevo ging das Tagesprogramm in die Freizeit über. 


Link zum Song... https://itunes.apple.com/de/album/i-want-to-break-free/929239394?i=929246110&l=en

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